Das erbsündchen und der fehlende Schornstein.

Gestern abend, beim Schlafen gehen, fragte mich das erbsündchen, wo denn eigentlich unser Schornstein sei.
„Naja, auf dem Dach, Schnäuzchen“, antwortete ich. Denn da ist einer.
„Ok, und wo ist hier im Haus der Kamin?“, wollte sie wissen.
„Nunja, einen so richtigen Kamin haben wir nicht. Aber da ist eine kleine Luke unten im Keller. Da endet er.“, sagte ich, nicht ahnend, worauf sie hinaus wollte.
Das erbsündchen atmete mehrfach tief ein und aus.
„Luke?“, fragte sie nach. „Eine Luke?“
„Ja. Durch die kann der Schornsteinfeger den Kamin putzen.“
„Ja und wie soll da der Weihnachtsmann durchpassen???“, fragte sie, inzwischen sehr besorgt. „Durch eine Luke?“
„Hm.“ Ich erkannte (verspätet) die Problematik und hatte keine passende Antwort parat.
„Eine Terrasse haben wir auch nicht!“, schob das erbsündchen hinterher.
Die Situation – fatal.
„Nein, Schnäuzchen. Wir haben nur Garten. Aber das macht nichts. Der Weihnachtsmannn schafft das auch so. Mach dir keine Sorgen. Manchmal freut er sich vielleicht auch über Abwechslung und eine neue Herausforderung.“
Das erbsündchen schaute mich – nicht sehr überzeugt an – und wechselte dann das Thema.
„Wir brauchen Milch und Kekse. Drei Kekse. Das reicht.“
„Okay“, sagte ich – wieder auf sicherem Boden. „Das krieg ich hin.“