Das erbsündchen und das liebe Blut.

Das erbsündchen war heute Abend ziemlich aufgelöst und ich wusste erst gar nicht, warum.
Sie kam wieder einmal darauf zu sprechen, dass sie sich ja in letzter Zeit ein paar Mal verletzt und geblutet hätte.

Und dass sie, wenn sie jetzt mal so zurückdenken würde – und besonders im letzten Sommer bei ihrem kleinen Fahrradunfall – so sehr viel Blut verloren hätte. (Sie fuhr ohne Schuhe Fahrrad und hatte sich den Zeh aufgeschrammt, von dem sich ein kleiner aber sehr, sehr roter Tropfen Blut löste.)
Nach mehrfachem Nachfragen meinerseits fand ich den Grund ihrer Sorge endlich heraus: Sie war der Meinung, dass sie wohl bald kein Blut mehr im Körper haben würde. Bei den ganzen hohen Blutverlusten … ihr versteht.

Glücklicherweise konnte ich ihr diese Sorge nehmen. Meine Güte, wie goldig. Das arme Kind dachte wirklich, sie hätte nur eine bestimmte Blutmenge und beim nächsten aufgeschlagenen Knie könnte es bereits vorbei sein. Weil ich ihr ja vorher auch noch (unwissenderweise) erklärt hatte, dass man ohne Blut nicht leben kann.

Sie sind so klein und machen sich schon so viele Gedanken – und kommt ein Thema mehrfach auf, so beschäftigt es sie wirklich und man sollte nachfragen. Um unnötige Sorgen zu vermeiden.
Nun weiss sie, dass der Körper Blut von ganz alleine nachproduziert und immer genug da ist. Auch wenn sie sich noch fünf Mal die Knie aufschlägt.