Oberlidstraffung – Mein Erfahrungsbericht

Wie versprochen folgt hier der ausführliche Bericht über meine Oberlidstraffung zur Entfernung meiner starken Schlupflider. Viele von euch haben meine kurzen Beiträge dazu auf Instagram verfolgt und hatten zahlreiche Fragen zu dem Eingriff, die ich hier nun beantworten möchte. Der Bericht ist natürlich subjektiv, er enthält meine Erfahrungen und damit auch meine persönliche Meinung. Wie jeder Einzelne zu plastisch chirurgischen Eingriffen steht, ist ihm selbst überlassen.

Schon immer hatte ich starke Schlupflider, die sich im Laufe der Zeit zu einer Belastung entwickelten.
Nicht nur optisch störten sie mich sehr, auch schränkten sie mein seitliches Sichtfeld stark ein und durch das ständige Hochziehen der Augenbrauen hatte ich oft Spannungskopfschmerzen. Das Hochziehen hatte ich irgendwann so verinnerlicht, dass ich es automatisch machte, wie mir aber erst später bewusst wurde.
Ich zeige euch die vorher-nachher und natürlich auch die dazwischen Bilder – ungeschminkt und unbearbeitet, damit ihr auch wirklich alles erkennen könnt.
Alle Bilder in diesem Beitrag könnt ihr durch Anklicken vergrößern.

Ein Eingriff – ganz besonders im Gesicht – wird natürlich nie auf die leichte Schulter genommen. Selbst eine klitzekleine Unregelmäßigkeit kann fatale Auswirkungen haben und natürlich wollte ich ganz sicher sein, dass der Eingriff von jemandem vorgenommen wird, der es perfekt macht, so dass ich später nichts bereue. Natürlich hatte ich überlegt, ob sich der Eingriff in meinem Alter (mit 48) noch „lohnt“. Ja, lacht nicht, aber darüber denkt man tatsächlich nach. Nun ist es aber so, dass ich fest davon überzeugt bin, über 90 zu werden und damit hätte ich noch über 40 Jahre etwas von meinen „neuen Augen“ – abgesehen davon lohnt sich tatsächlich jeder einzelne Tag. Dieser Einwand war also auch hinfällig und ich beschloss, den nächsten Schritt zu gehen.

Nach langer Recherche im Internet nach einem geeigneten Chirurgen in meiner Nähe stieß ich auf eine plastische Chirurgin in München, die nicht nur eine umfangreiche Aufklärung über sämtliche Eingriffe auf ihrer Homepage aufweisen konnte, sondern auch Erfahrung auf dem Gebiet der Oberlidstraffung hatte. Die Bewertungen ihrer Patienten waren durchweg sehr positiv und so zahlreich, dass ich von ausreichend Erfahrung ausgehen konnte. Bei einem ausführlichen, persönlichen Beratungstermin klärte sie mich über alle Details auf und beantwortete meine noch offenen Fragen. Meine Entscheidung war gefallen.

Am 4. Juni 2019 ließ ich den Eingriff vornehmen. Zunächst zeichnete die Chirurgin vor, wie die Schnitte verlaufen sollten. Es war schon einiges, was weggeschnitten werden sollte und ich war mehr als gespannt. Angst hatte ich zu keiner Zeit und so richtig aufgeregt war ich auch nicht, ich habe mich nur einfach schrecklich gefreut.

Der Eingriff sollte unter örtlicher Betäubung stattfinden und etwa 30 – 45 Minuten dauern. Die Ärztin bot mir zusätzlich eine Dormicum-Tablette an, ein Medikament, das beruhigend, angstlösend und entspannend wirkt. Ich entschied mich dafür, da ich im Anschluss an den Eingriff nicht Auto fahren musste, ich sollte abgeholt werden. So nahm ich die Tablette und wurde für die OP vorbereitet. Nachdem alles abgedeckt und desinfiziert worden war, war ich auch schon tief und fest eingeschlafen (eine dreifache, berufstätige Mutter nutzt jede Gelegenheit für ein Nickerchen) und ich bekam von dem Eingriff tatsächlich überhaupt nichts mit.

Ca. 40 Minuten später wachte ich auf – ganz ohne Schmerzen. Dies ist das erste Bild, das direkt nach dem Eingriff entstand und ich konnte bereits eine große Veränderung feststellen. Die Fäden auf beiden Lidern waren mit feinen Pflasterstreifen abgeklebt, das war alles.

In den folgenden Tagen hatte ich auch weiterhin keinerlei Schmerzen, allerdings haben die Augenlider vom 3. bis 6. Tag wahnsinnig gejuckt, danach wurde es etwas besser. Ein Zeichen der Heilung, aber dennoch sehr unangenehm. Hier half nur viel kühlen – für mich bewährte sich folgende Maßnahme: Einen hochkonzentrierten Kamillentee kochen und in einer großen Schüssel im Kühlschrank kalt stellen. Baumwolltücher (z.B. in vier Teile geschnittene Geschirrtücher) darin einweichen und bei Bedarf gut feucht und kalt auf die Augen legen. Die Kombination aus beruhigender Kamille, Feuchtigkeit und der Kühle sind eine Wohltat und helfen, das Jucken zu dämpfen. Ansonsten habe ich nichts weiter gemacht, nur eben gekühlt. Fernsehen und Lesen durfte ich – soweit es für die Augen angenehm war.
Anfangs hatte ich das Gefühl, dass möglicherweise zu viel weggeschnitten worden war, denn beim Hochziehen der Augenbrauen hob sich in den ersten Tagen auch die Haut um die Augäpfel etwas ab. Doch hier beruhigte mich die Ärztin: Das sei normal und gebe sich in den folgenden Tagen, was dann auch so war. Die Lider waren zunächst relativ unbeweglich, das heisst ich konnte sie natürlich öffnen und schließen, aber nicht z. B.  die „Augen aufreissen“.  

Natürlich blieb es nicht aus, dass Schwellungen und Verfärbungen durch den Eingriff auftraten. Und weil die Frage vermehrt aufkam: Ich habe drei Kinder, die ich ganz normal versorgen konnte. Ich habe nicht die ganze Zeit schwach auf dem Sofa gelegen, sondern konnte mich ganz normal bewegen und fühlte mich gut! Die Fahrten zur Schule und den Einkauf übernahm mein Mann, denn ich wollte mich nicht mit den geschwollenen und roten Tränensäcken in der Öffentlichkeit zeigen. Um so am Ende noch Gerüchte über häusliche Gewalt zu säen … denn es sieht ein paar Tage schon wirklich wild aus! Aber ich finde, dass es erstaunlich schnell verheilt – 8 Tage für einen doch recht invasiven Eingriff ist nicht lang.
Die folgenden Bilder zeigen euch den Verlauf – von bunt schillernd und dick geschwollen bis hin zu langsam wieder „normal“.

Die Fäden wurden 8 Tage nach dem Eingriff gezogen, es war eine große Erleichterung, denn mit dem Fädenziehen hörte auch der letzte, leichte Juckreiz auf. Ab dem Tag nach dem Fädenziehen massierte ich morgens ganz vorsichtig etwas Augen- und Nasensalbe auf die Narbe und verwendete 50er Sonnencreme, denn die Narbe sollte keine direkte Sonne abbekommen.
Arbeiten ging ich das erste Mal wieder am 9. Tag nach dem Eingriff, zu dem Zeitpunkt fand ich mich mit Wimperntusche und etwas Make-up auf den noch leicht geröteten Tränensäcken gut vorzeigbar. Wer also berufstätig ist, der sollte kann den OP-Termin auf einen Freitag legen, eine Woche Urlaub nehmen und hat mit den beiden Wochenenden genug Zeit, um alles gut abschwellen zu lassen.

Nach 7 Wochen war von der Narbe nur noch eine leichte, rötliche Linie in der Lidfalte sichtbar, die man bei offenen Augen gar nicht gesehen hat. Diese soll im Laufe der Zeit ebenfalls verschwinden, stört mich aber nicht im geringsten. Und inzwischen waren die Augenlider auch wieder ganz beweglich. 

Alles in Allem bin ich unfassbar zufrieden und glücklich. Meine Augen sind offener, mein Sichtfeld deutlich größer, vor allem seitlich. Meine Spannungskopfschmerzen vom ständigen, unbewussten Hochziehen der Augenbrauen sind vollständig verschwunden. Jeden Morgen freue ich mich über mein Spiegelbild.

Fremd war ich mir nie, auch wenn der Eingriff mich optisch schon verändert hat. Aber das war sofort ich.

Hier seht ihr noch einmal die vorher-nachher Bilder – durch Klicken auf die Bilder könnt ihr sie vergrößern:

Zusammenfassung Oberlid-Straffung – Entfernung der Schlupflider

Dauer des Eingriffs: ca. 40 Minuten
Art des Eingriffs: Ambulant in der Praxis unter örtlicher Betäubung
Schmerzen: Keinerlei Schmerzen, zu keiner Zeit 
Kosten: ca. 2.500 – 3.000 EUR (In einigen Fällen, bei medizinischer Indikation, übernimmt wohl die Krankenkasse einen Teil der Kosten, dies müsst ihr jedoch selbst in Erfahrung bringen.)
Dauer des Heilungsprozesses: ca. 8 Tage bis zur Rückkehr in das Arbeitsleben
Unterstützende Heilungsmaßnahmen: Lediglich gekühlte, feuchte Kompressen mit Kamillentee – keine Einnahme von Schmerzmitteln
Wahl des Arztes: Die Operation wird von plastischen Chirurgen und auch Augenärzten durchgeführt. Ich persönlich würde mich immer für einen plastischen Chirurgen entscheiden. Achtet darauf, dass die Homepage umfassend informativ und ausführlich die möglichen Eingriffe erklärt und auch über die Kosten und Heilungsdauer aufklärt. Idealerweise findet ihr  zahlreiche Bewertungen durch Patienten, an denen ihr euch orientieren könnt. Bei einem persönlichen Gespräch sollte der Arzt sich viel (!) Zeit für euch nehmen  und alle offenen Fragen beantworten können. Er sollte eure Ängste ernst nehmen und gegebenenfalls auch von dem Eingriff abraten, bzw. einen alternativen Eingriff vorschlagen, sollte der von euch gewünschte seiner Meinung nach nicht der richtige sein. 

Plasmapen als Altenative zur operativen Augenlidstraffung?

Ganz zum Schluss möchte ich noch kurz auf eine – im Internet viel gepriesene – alternative Maßnahme zur Entfernung der Schlupflider eingehen: Das Oberlid-Lifting mit dem Plasmapen, auch Plasmage-Lifting genannt.
Auch das hatte ich probiert – in der Hoffnung, dass es das hält, was es im Netz auf den Seiten vieler Kosmetiker verspricht. Denn der Eingriff ist bezahlbar und angeblich ähnlich wirksam wie eine Operation. Die Erfahrung, die ich dabei machte, war jedoch sehr negativ. Nicht nur, dass es extrem schmerzhaft war, es hat etwa 14 Tage gedauert, bis meine Augen nicht mehr komplett zugeschwollen waren. Ich habe grauenhaft ausgesehen und mich genau so gefühlt. Bilder davon erspare ich euch.
Der Effekt des Ganzen, nachdem es abgeheilt war, war gleich Null. Ich sah genau so aus, wie vorher, hatte nur fast ein Jahr lang Narben in Form von kleinen Punkten auf den Augenlidern.
Möglicherweise zeigt es eine gewisse Wirkung, wenn man nur sehr sehr leichte Schlupflider hat, aber der ganze Prozess ist mehr als unerfreulich und bringt bei Menschen mit starken Schlupflidern rein gar nichts.
Erspart es euch also lieber!

12 Wochen nach der OP